Der nachfolgende Bericht steht in keinem direkten Zusammenhang mit dem Flughafen München. Jedoch war die Maschine, die McDonnell Douglas DC-10 „Ankara“ die erste DC-10 am Flughafen München. Da diese Maschine also auch Geschichte für den Flughafen München schrieb, erwähnen wir den Vorfall, der sich rund 14 Monate nach der erfolgreichen Landung am Flughafen Riem ereignete.

Am 3. März 1974 startete Flug 981 in Istanbul und landete kurz nach 11:00 Uhr Ortszeit in Paris-Orly. Die McDonnell Douglas „Ankara“ DC-10 (TC-JAV) der Turkish Airlines hatte 167 Passagiere und 13 Crew-Mitglieder an Bord. 50 Passagiere beendeten ihren Flug in Paris. Der zweite Flugabschnitt von Paris nach London war nicht voll ausgebucht, doch aufgrund eines Streiks bei der British European Airways (BEA) wurden viele BEA-Passagiere auf den Flug 981 umgebucht. Unter den Passagieren aus einem Dutzend Ländern waren 17 englische Rugby-Spieler, die einen Tag zuvor zu einem Länderspiel in Frankreich angetreten waren, der Leichtathlet John Cooper, mehrere britische Models und 48 japanische Bank-Management-Auszubildende.

Die Maschine startete in Orly um 12:30 Uhr Ortszeit von Runway 08 in östliche Richtung. Um Paris zu umfliegen, ging der Flug über Coulommiers im Osten und drehte erst dann Richtung Montdidier (Somme) mit Kurs 345 Grad (Nordnordwest) auf London. Der Tower in Orly gab Freigabe für FL 230 (7000 Meter). Als die Maschine im Steigflug gegen 12:40 Uhr den Ort Meaux auf Flugfläche 130 (ca. 4000 Meter) überflog, empfing der Tower in Orly verzerrte Funksprüche vom Flug 981: Während die Piloten Türkisch sprachen, wurden die Wörter „pressurization (Drucksystem)“ und „Overspeed (zu hohe Geschwindigkeit)“ erwähnt. Außerdem war folgender Satz zu hören: „the fuselage has burst“ – auf deutsch: „der Rumpf ist aufgeplatzt“.

Das Flugzeug verschwand kurz daraufhin vom Radarschirm. Kurze Zeit später wurde südöstlich der Stadt Senlis im Wald von Ermenonville die völlig zerstörte Maschine gefunden. Auf einer 700 Meter langen und 100 Meter breiten Schneise waren die Teile der DC-10 verstreut, von denen zahlreiche nicht zugeordnet werden konnten. Alle 346 Menschen an Bord kamen dabei ums Leben. Nur 40 der Leichen konnten visuell identifiziert werden, die Identität von 9 Passagieren war nicht mehr feststellbar.

Quelle: Wikipedia